Neue Erkenntnisse belegen den Nutzen von CRP-POC-Tests zur Steuerung des Antibiotikaeinsatzes bei Kindern

Aidians Medical Science Managerin Leena Meriläinen verfasste einen Kurzartikel für die Zeitschrift der Estnischen Gesellschaft für Labormedizin (Eesti Laborimeditsiini Ühing) über neue wissenschaftliche Erkenntnisse zum Einsatz von C-reaktivem Protein (CRP)-Point-of-Care-Tests (POCT) zur Unterstützung der Antibiotikaverschreibung bei Kindern mit Atemwegssymptomen in verschiedenen Versorgungssettings. Der Originalartikel wurde auf Estnisch veröffentlicht und ist in der Ausgabe vom Mai 2026 von Eesti Laborimeditsiin auf Seite 75 frei verfügbar. Die wichtigsten Inhalte des Artikels sind nachfolgend auf Englisch zusammengefasst.
Diagnostische Unsicherheit kann zu unnötigem Antibiotikaeinsatz bei Kindern führen
Bei Kindern kommt es häufig zu einer übermäßigen Verschreibung von Antibiotika, die oft durch diagnostische Unsicherheit bedingt ist. Antibiotika werden mitunter vorsorglich verordnet, um keine potenziell schwerwiegende Infektion zu übersehen, obwohl solche Infektionen selten sind. Ein unnötiger Antibiotikaeinsatz trägt zur resistenzmikrobiellen Resistenz (AMR) bei und kann Patienten zudem schaden, indem er Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen, Durchfall oder Veränderungen der Darmmikrobiota verursacht.
Es wurde bereits gezeigt, dass CRP-POCT bei Erwachsenen mit Atemwegsinfektionen die Verschreibung von Antibiotika reduzieren kann, wenn definierte Grenzwerte verwendet werden. Bis vor Kurzem war die Evidenz für den Einsatz bei Kindern jedoch begrenzter.
CRP-POCT kann einen gezielteren Antibiotikaeinsatz bei Kindern unterstützen
Im Jahr 2025 untersuchten zwei große randomisierte kontrollierte Studien, COORDINATE¹ und ARON², den Einsatz von CRP-POCT bei Kindern mit Atemwegssymptomen beziehungsweise akuten Erkrankungen. Die COORDINATE-Studie wurde in einer ressourcenarmen primärmedizinischen Versorgungsumgebung in Kirgisistan durchgeführt, während die ARON-Studie in einem ressourcenstarken ambulanten Versorgungssystem in Belgien stattfand.
In der COORDINATE-Studie wurde der QuikRead go CRP-Test von Aidian eingesetzt. Die Ergebnisse zeigten, dass eine CRP-gestützte Verschreibungspraxis den Antibiotikaeinsatz in einem Umfeld mit hoher Verschreibungsrate und begrenzten Ressourcen sicher um 24 % reduzierte.
In der ARON-Studie wurde CRP-POCT als Bestandteil eines mehrschichtigen klinischen Entscheidungsinstruments eingesetzt. Dieses kombinierte einen klinischen Entscheidungsbaum, die strukturierte Nutzung von CRP-Ergebnissen sowie Sicherheits- und Beratungshinweise für Eltern. Die Studie zeigte, dass CRP-POCT einen zusätzlichen Nutzen bieten kann, wenn die Testergebnisse im Rahmen eines strukturierten klinischen Entscheidungsprozesses interpretiert und kommuniziert werden.
CRP-POCT bei Kindern unterstützt den verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatz
Zusammen stärken diese neuen Studien die Evidenzbasis für den Einsatz von CRP-POCT bei Kindern. Sie zeigen, dass CRP-POCT ein nützliches Instrument zur Unterstützung von Entscheidungen über die Antibiotikaverschreibung sein kann, auch wenn die optimale Implementierung je nach Versorgungsumfeld unterschiedlich sein dürfte. Die Ergebnisse legen nahe, dass CRP-POCT Maßnahmen zum Antibiotic Stewardship unterstützen kann, indem diagnostische Unsicherheiten reduziert werden und medizinische Fachkräfte dabei unterstützt werden, unnötige Antibiotikaverschreibungen sicher zu vermeiden.
Literatur
- Isaeva E et al. C-reactive protein testing in primary care and antibiotic use in children with acute respiratory tract infections in Kyrgyzstan: an open-label, individually randomised, controlled trial. Lancet Regional Health Europe 2025; 51:101184. https://doi.org/10.1016/j.lanepe.2024.101184
- Verbakel J et al. A clinical decision tool including a decision tree, point-of-care testing of CRP, and safety-netting advice to guide antibiotic prescribing in acutely ill children in primary care in Belgium (ARON): a pragmatic, cluster-randomised, controlled trial. Lancet 2025; 406:1599-1610. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(25)01239-5